Nicht nur der Link zählt: So prüfen Sie ausgehende Links in einem gesponserten Artikel
Eine vollständige redaktionelle Prüfung endet nicht beim Markenlink. Erfahren Sie, wie Sie alle Linkziele erfassen, ihre Relevanz und Funktion prüfen, Risiken erkennen und die Freigabe vor der Veröffentlichung dokumentieren.

Warum alle Linkziele geprüft werden sollten, nicht nur der Markenlink
Bei einem gesponserten Artikel richtet sich die Aufmerksamkeit häufig auf den mit der Marke vereinbarten Link. Die Leserschaft sieht jedoch den gesamten Artikel: Darin können auch Links zu Studien, Behörden, Tools, Produktseiten oder Inhalten Dritter vorkommen. Jedes Linkziel beeinflusst den Nutzen und die inhaltliche Stimmigkeit des Beitrags. Eine fehlerhafte Referenz, eine Quelle, die eine Aussage nicht belegt, oder eine thematisch unpassende Seite kann das Leseerlebnis und die redaktionelle Glaubwürdigkeit beeinträchtigen, selbst wenn der Hauptlink korrekt ist. Diese Prüfung ist eine Qualitätskontrolle; sie erlaubt für sich genommen keine Rückschlüsse auf Verbesserungen oder Einbußen beim Ranking durch Links.
- Berücksichtigen Sie alle Links im Fließtext, alle Handlungsaufforderungen, Referenzen und sonstigen Ziele, die dem Artikel hinzugefügt wurden.
- Prüfen Sie sowohl die redaktionelle Qualität des Linkziels als auch den Bezug des Links zum umgebenden Text.
- Bewerten Sie den Werbelink und die redaktionellen Referenzen getrennt: Sie können unterschiedliche Funktionen haben und eine jeweils andere Behandlung erfordern.

Links erfassen und ihre jeweilige Funktion klären
Bevor Sie die Links bewerten, erstellen Sie eine Liste aller Ziele in der Artikelversion, die veröffentlicht werden soll. Notieren Sie für jeden Link die endgültige URL und den verlinkten Text. Erläutern Sie anschließend in einem Satz, welche Funktion der Link erfüllt: etwa eine Aussage zu belegen, zusätzliche Informationen bereitzustellen, die Leserschaft zu einer praktischen Ressource zu führen oder ein kommerzielles Angebot vorzustellen. Diese Einteilung hilft dabei, Referenzen zu erkennen, die nur aus Gewohnheit hinzugefügt wurden oder im Artikel keine klare Funktion haben.
- Erfassen Sie die Position des Links, den verlinkten Text, die URL und die vorgesehene Funktion.
- Kennzeichnen Sie, ob das Ziel zur gesponserten Marke, zu einem Dritten oder zu einer zitierten Quelle gehört.
- Prüfen Sie auch wiederholte Links und Handlungsaufforderungen: Mehrere Links zum selben Ziel können beabsichtigt sein, sollten aber begründet werden.

Prüfen, ob die Linkziele funktionieren und Aussagen belegen
Öffnen Sie jeden Link und prüfen Sie, auf welcher Seite er tatsächlich landet. Es reicht nicht, dass die URL eine Antwort liefert: Sie kann zu einer anderen als der vorgesehenen Seite, zu einer allgemeinen Startseite oder zu einem nicht mehr verfügbaren Inhalt weiterleiten. Wenn eine Seite nicht funktioniert, prüfen Sie das Ergebnis zu mehr als einem Zeitpunkt oder in mehr als einem Kontext, bevor Sie sie als nicht erreichbar einstufen, denn ein vorübergehender Fehler bedeutet nicht immer, dass das Ziel verschwunden ist. Wenn Sie Verfügbarkeit oder Inhalt nicht bestätigen können, behandeln Sie den Link nicht ohne Weiteres als gültig.
- Prüfen Sie, ob das Ziel geladen wird und die endgültige Seite der vorgesehenen Referenz entspricht.
- Kontrollieren Sie, ob der verlinkte Inhalt die konkrete Aussage belegt, neben der der Link steht. Eine Seite zum selben Thema belegt nicht zwingend die betreffende Angabe.
- Wenn sich der Inhalt geändert hat, prüfen Sie, ob er weiterhin zuverlässig und relevant ist. Ersetzen Sie den Link, formulieren Sie die Aussage um oder entfernen Sie die Referenz, wenn sie sich nicht belegen lässt.
- Stellen Sie eine Quelle nicht als Beleg für etwas dar, das sie nur beiläufig erwähnt oder gar nicht behauptet.
Bewerten, ob jede Referenz der Leserschaft nützlichen Kontext bietet
Ein Link sollte dabei helfen, etwas im Artikel zu verstehen, zu überprüfen oder zu vertiefen. Fragen Sie sich, ob das Ziel an dieser Stelle einem nachvollziehbaren Informationsbedürfnis der Leserschaft entspricht und ob der Linktext genau beschreibt, was sie dort vorfindet. Eine zuverlässige Quelle kann für die konkrete Aussage irrelevant sein; umgekehrt kann eine passende Seite zu wenig Kontext liefern, um diese Aussage zu stützen. Bei der Prüfung geht es darum, beides zu bewerten, nicht möglichst viele Referenzen anzuhäufen.
- Prüfen Sie, ob das Ziel zum jeweiligen Absatz passt und nicht nur zum allgemeinen Thema.
- Verwenden Sie aussagekräftige Linktexte, die den Inhalt der Zielseite korrekt wiedergeben. Vermeiden Sie vage Bezeichnungen, wenn der Kontext sie nicht näher erläutert.
- Entfernen Sie überflüssige oder ablenkende Referenzen, sofern sie keine klare redaktionelle Funktion haben.
- Überlegen Sie, welchen Mehrwert der Klick bietet: zusätzliche Details, eine Primärquelle, eine anwendbare Ressource oder einen kommerziellen Weg, der als solcher erkennbar sein muss.
Interessenkonflikte und unpassende Linkziele erkennen
Prüfen Sie, wer das jeweilige Ziel kontrolliert und in welcher Beziehung es zur Publikation, zur Marke und zum Autor steht. Ein Verweis auf ein verbundenes Unternehmen, einen Wettbewerber oder eine kommerzielle Seite kann angemessen sein, sollte aber einen nachvollziehbaren Zweck haben und keinen irreführenden Eindruck erwecken. Prüfen Sie auch sensible oder potenziell riskante Ziele – etwa Seiten, die regulierte Produkte anbieten, Gesundheits- oder Finanzversprechen machen oder personenbezogene Daten abfragen – mit der Sorgfalt, die ihren Aussagen angemessen ist. Enthält der Text eine relevante Behauptung, verlangen Sie ausreichende Belege und übernehmen Sie keine Versprechen in den Artikel, die das Linkziel nicht stützen kann.
- Fragen Sie, ob eine geschäftliche, redaktionelle oder unternehmerische Beziehung besteht, über die die Leserschaft informiert werden sollte.
- Prüfen Sie, ob die Zielseite dem Ton, Zweck oder den Bedingungen widerspricht, die im Artikel beschrieben werden.
- Wenn sich eine sensible Referenz nicht überprüfen lässt oder Zweifel an ihrer Sicherheit oder Eignung bestehen, lassen Sie die Prüfung eskalieren und erteilen Sie nicht automatisch die Freigabe.
- Dokumentieren Sie, weshalb ein strittiger Link beibehalten wird, oder vereinbaren Sie, ihn zu entfernen oder zu ersetzen.
Werbelinks transparent kennzeichnen und passende Attribute verwenden
Dass ein Artikel gesponsert ist, bedeutet nicht automatisch, dass alle darin enthaltenen Links Werbelinks sind. Unterscheiden Sie, welche Linkziele Teil der kommerziellen Vereinbarung sind und welche unabhängige redaktionelle Referenzen darstellen. Das Verhältnis muss der Leserschaft durch eine entsprechende Kennzeichnung des gesponserten Inhalts klar vermittelt werden, im Einklang mit den geltenden Vorschriften und Richtlinien. Außerdem weist Google darauf hin, dass ein Link, der als Teil von Werbung, Sponsoring oder einer anderen Vergütung gesetzt wird, mit dem Attribut rel="sponsored" gekennzeichnet werden kann; rel="nofollow" kann in bestimmten Fällen ebenfalls geeignet sein. Das Attribut ersetzt nicht die für die Leserschaft sichtbare Transparenz und erfüllt für sich genommen auch keine geltenden Pflichten. Stimmen Sie die Behandlung mit den redaktionell und technisch Verantwortlichen ab.
- Klären Sie, welcher Link oder welche Links mit der Vereinbarung verbunden sind und worin diese Beziehung besteht.
- Verwenden Sie je nach Fall das passende Attribut für bezahlte Links gemäß den geltenden Richtlinien. Kennzeichnen Sie unabhängige redaktionelle Referenzen nicht ohne sachlichen Grund ebenfalls so.
- Prüfen Sie, ob die Kennzeichnung des Sponsorings für die Leserschaft verständlich ist und gut sichtbar platziert wurde.
- Stellen Sie Links nicht als Garantie für Rankings, Traffic oder SEO-Ergebnisse dar.
Änderungen, Verantwortliche und Prüfungen vor der Freigabe dokumentieren
Schließen Sie die Prüfung mit einem kurzen Protokoll ab, das sich auf die konkrete Artikelversion bezieht. Halten Sie fest, was geprüft wurde, welche Änderungen vorgenommen wurden und wer die Freigabe erteilt hat. So lässt sich vermeiden, dass eine spätere Bearbeitung erneut ein falsches Ziel einfügt oder einen wichtigen Hinweis entfernt. Legen Sie außerdem fest, was zu tun ist, wenn ein Link nach der Veröffentlichung nicht mehr funktioniert: Wer erhält die Meldung und wer darf ihn korrigieren? Die endgültige Entscheidung sollte sich begründen lassen und nicht nur in einem Kästchen mit der Aufschrift „geprüft“ bestehen.
- Dokumentieren Sie URL, Funktion, Prüfergebnis, Entscheidung und verantwortliche Person.
- Notieren Sie die vereinbarten Änderungen: Ziel korrigieren, Linktext aktualisieren, Quelle ersetzen oder Link entfernen.
- Wiederholen Sie die Prüfung, wenn der Artikel nach der Freigabe geändert wird oder sich Linkziele verändern.
- Lesen Sie die offiziellen Informationen von Google zu ausgehenden Links und Spamrichtlinien: https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/qualify-outbound-links und https://developers.google.com/search/docs/essentials/spam-policies.
- Für die Recherche redaktioneller Möglichkeiten können Analysetools dabei helfen, Domains zu ordnen und Kriterien zu vergleichen. Kennzahlen von Drittanbietern sind jedoch Orientierungshilfen, keine absoluten Wahrheiten und kein Ersatz für die inhaltliche Prüfung.
Häufige Fragen
Müssen alle ausgehenden Links in einem gesponserten Artikel geprüft werden?+
Ja. Es empfiehlt sich, alle Ziele zu prüfen, die der Leserschaft angezeigt werden, nicht nur den Markenlink. Jeder Link sollte funktionieren, relevant sein und die Funktion erfüllen, die ihm im Text zugeschrieben wird.
Müssen alle Links in einem gesponserten Artikel rel="sponsored" tragen?+
Nicht unbedingt. Zu unterscheiden sind Links, die mit einer Vergütung oder Werbung verbunden sind, und unabhängige redaktionelle Referenzen. Google weist darauf hin, dass rel="sponsored" zur Kennzeichnung bezahlter Links dient; je nach Fall kann auch rel="nofollow" geeignet sein. Prüfen Sie die aktuellen Richtlinien und die Beziehung jedes einzelnen Links.
Ist ein Link ausreichend geprüft, wenn er sich öffnen lässt?+
Nein. Prüfen Sie auch, ob er zum vorgesehenen Ziel führt, der Inhalt weiterhin verfügbar ist und die Aussagen im Artikel stützt oder vertieft.
Verbessert ein ausgehender Link für sich genommen die SEO?+
Das sollte nicht vorausgesetzt werden. Die hier vorgeschlagene Prüfung dient dem Schutz von Nutzen, Transparenz und redaktioneller Stimmigkeit. Sie rechtfertigt weder Versprechen noch die Zuordnung von SEO-Ergebnissen zu einem bestimmten Link.
Was ist zu tun, wenn ein Link nach der Veröffentlichung nicht mehr funktioniert?+
Informieren Sie die verantwortliche Person, prüfen Sie, ob es sich um einen vorübergehenden Fehler handelt, und kontrollieren Sie das endgültige Linkziel. Entscheiden Sie anschließend, ob der Link wiederhergestellt, ersetzt oder der Text aktualisiert werden sollte oder ob der Link entfernt werden muss. Dokumentieren Sie die Änderung.
Quellen und Referenzen
- Google Search Essentials — Google Search Central
- Spam policies for Google web search — Google Search Central
- Qualify outbound links — Google Search Central