Vom Backlink des Wettbewerbers zur eigenen Hypothese: Links fundiert analysieren
Erfahre, wie du die Backlinks deiner Wettbewerber untersuchst, nützliche Muster von Einzelfällen unterscheidest und Erkenntnisse in überprüfbare Hypothesen verwandelst.

Was das Linkprofil eines Wettbewerbers zeigen kann – und was nicht
Die Backlinks anderer Websites zu analysieren, hilft dir zu erkennen, wie sie mit ihrer Branche vernetzt sind: Welche Seiten Erwähnungen erhalten, welche Formate zitiert werden und in welchen Kontexten Links auftauchen. So kannst du Fragen entwickeln und mögliche Rechercheansätze erkennen. Für sich genommen beweist die Analyse weder, warum eine Seite rankt, noch welche Wirkung ein einzelner Link hatte. Ein Linkprofil ist eine unvollständige Momentaufnahme: Tools erfassen Daten mit unterschiedlicher Abdeckung und nach unterschiedlichen Kriterien und zeigen möglicherweise nicht alle vorhandenen Links.
- Die Analyse kann dabei helfen, für ein Thema relevante Veröffentlichungen, Ressourcen, Veranstaltungen oder Diskussionen zu entdecken.
- Sie kann zeigen, ob sich Erwähnungen auf einer bestimmten Seite konzentrieren oder über verschiedene Bereiche der Website verteilen.
- Sie erlaubt weder, einen ursächlichen Zusammenhang zwischen einem Link und einer Position herzustellen, noch garantiert sie, dass die Wiederholung einer Maßnahme zum gleichen Ergebnis führt.
- Die Zahlen verschiedener Tools sind nicht unbedingt vergleichbar und entsprechen keinem absoluten Qualitätsmaß.

Wähle Wettbewerber und Seiten passend zu deiner Fragestellung aus
Lege fest, was du herausfinden möchtest, bevor du ein Tool öffnest. Es macht einen Unterschied, ob du nach Möglichkeiten suchst, einen Leitfaden bekannt zu machen, oder verstehen willst, welche Formate in einer kommerziellen Kategorie Erwähnungen erhalten. Wähle organische Wettbewerber aus, die Markt, Sprache und Thema mit dir teilen, und unterscheide zwischen Wettbewerbern im Geschäft und Seiten, die bei derselben Suchanfrage konkurrieren. Eine Website kann bei einer Suchanfrage ein Wettbewerber sein, ohne es über ihr gesamtes Angebot hinweg zu sein.
- Wähle mehrere Websites aus, die für dein Ziel relevant sind – nicht nur den bekanntesten Wettbewerber.
- Vergleiche ähnliche Seiten, zum Beispiel Leitfäden mit Leitfäden oder Kategorieseiten mit Kategorieseiten.
- Berücksichtige Suchergebnisse zu deinen Themen, um Websites zu entdecken, die du bisher vielleicht nicht als direkte Wettbewerber eingestuft hast.
- Notiere zu jedem Vergleich Land, Sprache, Seitentyp und Suchanfrage, die ihn begründen.

Ordne Links nach ihrem Kontext, nicht nur nach Kennzahlen
Eine lange Liste von Domains ist wenig aussagekräftig, wenn du nicht weißt, wie die jeweilige Erwähnung zustande kam. Ordne eine Auswahl von Links nach ihrem beobachtbaren Kontext. Die Kategorien können an die Branche angepasst werden; wichtig ist, sie einheitlich zu verwenden, damit Vergleiche möglich sind. Sinnvoll ist außerdem, den Typ der verlinkenden Seite, die Zielseite und die Darstellungsweise des Links getrennt zu erfassen.
- Redaktionelle Erwähnung: Der Link erscheint in einer thematisch passenden Nachricht, Analyse, einem Interview oder Artikel.
- Zitierte Ressource: Der Link führt zu einem Tool, einer Studie, einem Leitfaden, einer Vorlage oder anderem Material, das sich nachschlagen lässt.
- Zusammenarbeit oder Mitwirkung: Es kann sich um ein Interview, einen Expertenbeitrag oder einen namentlich gekennzeichneten Inhalt handeln.
- Weitere beobachtbare Wege: relevante Verzeichnisse, Verbände, Veranstaltungen, Lieferantenseiten oder institutionelle Erwähnungen.
- Notiere außerdem, ob der Link kontextuell eingebettet ist, welcher Text ihn umgibt und ob er auf eine informative oder kommerzielle Seite verweist.
Untersuche, warum es jeden Link gibt
Die hilfreiche Frage lautet nicht nur: „Wer verlinkt?“, sondern auch: „Welcher redaktionelle oder situative Grund könnte diese Erwähnung erklären?“ Öffne sowohl die Ursprungsseite als auch die verlinkte Seite. Prüfe das Datum, das Thema des Inhalts, den Kontext des Satzes und ob der Link den Lesenden zusätzliche Informationen bietet. Achte auch auf Hinweise, die den Fall einordnen können: eine einmalige Nachricht, eine eigene Untersuchung, eine berufliche Beziehung oder die Teilnahme an einer Veranstaltung. Lässt sich der Grund nicht bestätigen, halte die Erklärung als Hypothese und nicht als Tatsache fest.
- Welches Informationsbedürfnis der Lesenden erfüllt der verlinkte Inhalt?
- Stützt der Link eine Aussage, erweitert er die Informationen oder erscheint er lediglich in einer Liste?
- Wirkt die Seite wie Teil einer einmaligen Berichterstattung oder einer wiederkehrenden Rubrik?
- Gibt es Hinweise auf eine kommerzielle Zusammenarbeit oder eine andere Beziehung, die geprüft werden sollte?
Unterscheide wiederkehrende Muster von Einzelfällen
Ein einzelner Link kann auf eine außergewöhnliche Nachricht, eine konkrete Beziehung oder einen Umstand zurückgehen, der sich nicht wiederholt. Ein Muster wird interessant, wenn du stimmige Beispiele auf mehreren Seiten oder bei mehreren Wettbewerbern beobachtest und ihre Gemeinsamkeiten beschreiben kannst, ohne die Interpretation zu erzwingen. Wiederholungen beweisen nicht, dass sich eine Taktik nachahmen lässt; sie zeigen, dass sich eine genauere Prüfung lohnt.
- Achte auf Regelmäßigkeiten beim Thema, beim zitierten Format, beim Typ der Ursprungsseite und beim Veröffentlichungszeitpunkt.
- Trenne Fälle, die von einer bestimmten Nachricht oder Beziehung abhängen, von solchen, die auf ein wiederkehrendes Bedürfnis der Branche zurückgehen könnten.
- Prüfe, ob das Muster auf mehr als einer Website vorkommt und ob die verlinkten Seiten einen vergleichbaren Mehrwert zu dem bieten, was du erstellen könntest.
- Behandle Beobachtungen, die nur einmal gemacht wurden oder deren Kontext unklar ist, weiterhin als schwache Hinweise.
Verwandle Erkenntnisse in eigene Hypothesen
Das Ziel ist nicht, eine Liste von Domains zu kopieren, sondern eine Hypothese zu formulieren, die eine neue Recherche anleiten kann. Eine nützliche Hypothese verbindet eine Beobachtung mit einem möglichen Wirkmechanismus und einer Überprüfung. Zum Beispiel: „Mehrere Websites der Branche verlinken auf eigene Untersuchungen, wenn diese eine häufig gestellte Frage beantworten. Wir prüfen, ob ein ähnlicher Informationsbedarf besteht und ob wir eigene Daten oder Analysen beitragen können.“ So geht die Maßnahme von deiner Zielgruppe und deinen Ressourcen aus – nicht davon, das Profil eines anderen nachzuahmen.
- Beobachtung: Was wurde auf welchen Seiten festgestellt? Gib dabei den Umfang der Stichprobe an.
- Mögliche Erklärung: Warum könnte der Inhalt eine Erwähnung verdient haben?
- Voraussetzung für eine Umsetzung: Welchen eigenen Mehrwert müsste es geben, damit die Idee sinnvoll wäre?
- Prüfung: Welche Quellen oder Suchanfragen wirst du untersuchen, um festzustellen, ob tatsächlich eine Möglichkeit besteht?
- Abbruchkriterium: Welche Erkenntnis würde dich dazu veranlassen, nicht weiterzumachen?
Prüfe jede Möglichkeit aus redaktioneller Perspektive
Bevor du eine Veröffentlichung kontaktierst oder eine Zusammenarbeit vorschlägst, prüfe den Kontext des Links und die Teilnahmebedingungen. Thematische Relevanz ist nur der Anfang: Entscheidend sind auch der Nutzen des Inhalts für die Zielgruppe, die Ehrlichkeit des Angebots und nachvollziehbare redaktionelle Kriterien der Veröffentlichung. Gibt es eine Bezahlung oder eine andere Gegenleistung, muss die Zusammenarbeit transparent behandelt werden. Google weist darauf hin, dass Werbe- oder gesponserte Links mit dem Attribut sponsored gekennzeichnet werden können; je nach Fall kann auch nofollow geeignet sein. Das Attribut macht einen Vorschlag für sich genommen weder gut noch schlecht, ist aber Teil einer verantwortungsvollen Umsetzung.
- Prüfe die Relevanz der konkreten Seite und des konkreten Links – nicht nur die Kennzahlen der Domain.
- Bewerte die Qualität und den Nutzen des Inhalts, den du den Lesenden anbieten würdest.
- Kläre die Bedingungen der Zusammenarbeit, bevor du Ressourcen zusagst.
- Stelle eine bezahlte Zusammenarbeit nicht als unabhängige redaktionelle Empfehlung dar.
- Sieh dir die Richtlinien von Google Search Central zu Spamrichtlinien und zur Kennzeichnung von Links an.
Häufige Fragen
Welches Tool brauche ich, um die Backlinks von Wettbewerbern zu analysieren?+
Du kannst mit Linkanalyse-Tools beginnen, mit denen sich Domains und Seiten untersuchen lassen. Ihre Daten solltest du jedoch als Stichprobe und nicht als vollständiges Verzeichnis verstehen. Ergänze die Recherche durch eine manuelle Prüfung der Ursprungs- und Zielseiten. Für eine umfassendere Untersuchung kann ein SERP-Vergleich dabei helfen, anhand von Keywords Websites zu entdecken, und eine Massensuche kann die Prüfung von Domainlisten unterstützen. Ordne die Erkenntnisse anschließend dem jeweiligen Projekt zu und vergleiche Kennzahlen mit Vorsicht.
Sollte ich versuchen, dieselben Links wie meine Wettbewerber zu bekommen?+
Nicht unbedingt. Nutze diese Links, um Kontexte zu entdecken und Hypothesen zu formulieren. Ein Link kann auf eine Nachricht, eine berufliche Beziehung oder eine Zusammenarbeit zurückgehen, die für dein Projekt weder relevant noch reproduzierbar ist. Bewerte jede Möglichkeit nach ihrer Relevanz, ihrem redaktionellen Kontext und dem Mehrwert, den sie der Zielgruppe bieten würde.
Erklärt ein Profil mit mehr Backlinks, warum ein Wettbewerber besser rankt?+
Das lässt sich daraus nicht schließen. Rankings hängen von mehreren Faktoren ab, und Linkdaten belegen nicht, wodurch ein konkretes Ergebnis verursacht wurde. Auch Punktzahlen verschiedener Tools solltest du nicht ohne Weiteres vergleichen: Ihre Kennzahlen können auf unterschiedlichen Kriterien und Datenabdeckungen beruhen.
Wie sollte ich gesponserte oder bezahlte Links behandeln?+
Transparent. Bezahlte Kooperationen sollten als solche kenntlich gemacht und angemessen ausgezeichnet werden. Google nennt sponsored als eine Möglichkeit für Werbe- oder gesponserte Links; in bestimmten Fällen kann auch nofollow passend sein. Informiere dich in den aktuellen Richtlinien von Google Search Central und vereinbare die Bedingungen klar.
Quellen und Referenzen
- Google Search Essentials — Google Search Central
- Spam policies for Google web search — Google Search Central
- Qualify outbound links — Google Search Central