Dieselbe Suchanfrage, eine andere SERP: Geografische Unterschiede vor der Akquise dokumentieren
Eine Suchanfrage kann je nach Markt unterschiedliche Ergebnisse anzeigen. Erfahre, wie du SERPs im Kontext vergleichst und ihre Muster als Akquisehypothesen statt als automatische Schlussfolgerungen nutzt.

Lege zuerst fest, welchen Markt du abbilden willst
Bevor du Ergebnisse vergleichst, lege fest, für wen und wo du recherchierst. „Spanien“ kann für eine erste Prüfung ausreichen, aber vielleicht nicht für ein Unternehmen, dessen Nachfrage oder Leistung von einer Stadt, einer Region oder einer Sprachvariante abhängt. Definiere auch die Zielgruppe, die dich interessiert: Je nach Kontext kann eine Suchanfrage eine andere informative, kommerzielle oder lokale Suchintention haben. Wähle Standorte nicht nur deshalb aus, weil sie sich leicht abfragen lassen. Sie sollten Märkten entsprechen, die die Marke bedient oder untersuchen möchte. Wenn du eine Stadt mit einem ganzen Land vergleichst, halte das als bewussten Unterschied fest: Es handelt sich nicht um gleichwertige Einheiten.
- Grenze den Markt ab: Land, Region, Stadt oder ein anderes für die Marke relevantes Gebiet.
- Beschreibe die Zielgruppe und das Bedürfnis, für das die Suchanfrage steht.
- Kläre, ob die Suche eine Sprache, eine regionale Variante oder eine lokale Intention abbilden soll.
- Wenn du unterschiedliche geografische Ebenen vergleichst, erläutere warum und behandle die Ergebnisse nicht als unmittelbar gleichwertig.

Dokumentiere die Bedingungen jeder Beobachtung
Eine SERP ist eine Beobachtung, die unter bestimmten Bedingungen gemacht wurde, und keine universelle Darstellung dessen, was alle sehen. Damit du einen Unterschied interpretieren kannst, dokumentiere, wie jede Suche durchgeführt wurde. Wenn sich der Standort, aber auch die Sprache oder das Gerät ändert, lässt sich nicht eindeutig erkennen, worauf die Veränderung zurückzuführen ist. Behalte alle Variablen konstant, die du nicht untersuchen möchtest. Wenn du Standorte vergleichst, verwende möglichst dieselbe Suchanfrage, dieselbe Sprache und denselben Gerätetyp. Notiere außerdem das verwendete Tool oder die Abfragemethode, das Datum und alle relevanten Einstellungen. Der Sitzungsstatus, die Personalisierung und andere Faktoren können eine Rolle spielen. Stelle daher einen Screenshot nicht als endgültige Einschätzung des Marktes dar.
- Exakte Suchanfrage einschließlich Akzenten, Wörtern und Reihenfolge.
- Eingestellte Sprache und Standort mit genauer geografischer Ebene.
- Gerätetyp und Beobachtungsmethode oder verwendetes Tool.
- Prüfdatum und gegebenenfalls Uhrzeit sowie Sitzungs- oder Personalisierungsbedingungen.
- Alle Abweichungen von den übrigen Beobachtungen im Vergleich.

Unterscheide Gemeinsamkeiten, Veränderungen und lokale Ergebnisse
Vergleiche anhand der gesammelten Beobachtungen, was gleich bleibt und was sich verändert. Beginne mit den Gemeinsamkeiten: Seiten oder Domains, die in mehreren Märkten vorkommen, können auf eine marktübergreifende Antwort auf die Suchanfrage hindeuten. Identifiziere anschließend Änderungen in der Reihenfolge und Ergebnisse, die nur an einem Standort erscheinen. Diese Einteilung beschreibt das Beobachtete; sie erklärt für sich genommen noch nicht, warum es auftritt. Damit der Vergleich übersichtlich bleibt, erfasse jedes Ergebnis mit seiner URL und dem Seitentyp und unterscheide organische Ergebnisse von anderen Elementen der Suchergebnisseite. Fasse URLs derselben Website zusammen, wenn du die Präsenz der Domain untersuchen möchtest, behalte aber die konkrete URL bei, um zu prüfen, welcher Inhalt auf die Suchanfrage antwortet. Verwechsle eine punktuelle Positionsänderung nicht mit einem Muster: Wenn es für die Entscheidung relevant ist, achte auf Konsistenz bei wiederholten Beobachtungen.
- Gemeinsamkeiten: Ergebnisse, die an mehr als einem Standort erscheinen.
- Änderungen in der Reihenfolge: gemeinsame Ergebnisse, deren beobachtete Position variiert.
- Lokale Ergebnisse: Seiten oder Domains, die nur in bestimmten Märkten erscheinen.
- SERP-Elemente: Module oder Formate, die nicht ohne Weiteres mit organischen Ergebnissen vermischt werden sollten.
- Vertrauensgrad: Vermerke, ob das Muster nur einmal beobachtet oder erneut überprüft wurde.
Prüfe Formate und Seiten, bevor du über Chancen sprichst
Die Art der Ergebnisse hilft zu verstehen, welche Antwort im jeweiligen Kontext nützlich erscheint. Achte darauf, ob Serviceseiten, Ratgeber, Vergleiche, lokale Einträge, Nachrichten oder andere Formate überwiegen und welches Bedürfnis die einzelnen Seiten offenbar erfüllen. Beachte auch die Module, die auf der SERP Platz einnehmen: Sie können die Recherche lenken, sind aber nicht automatisch eine redaktionelle Chance. Eine hohe Position beweist weder, dass eine Website ein geeigneter Kooperationspartner ist, noch, dass eine Veröffentlichung dort einen Mehrwert bietet. Prüfe das Thema, die wahrscheinliche Zielgruppe, Qualität und Zweck der Inhalte, den Bezug zur Marke und die Eignung einer möglichen Zusammenarbeit. SEO-Kennzahlen von Drittanbietern können als Vergleichssignale dienen, sind aber zwischen Anbietern nicht gleichwertig und beschreiben für sich genommen nicht die Qualität eines Mediums.
- Ordne Suchintention und Seitentyp ein, nicht nur die Domain.
- Prüfe, ob der Inhalt zur Suchanfrage und zur Zielgruppe passt.
- Unterscheide die Präsenz in der SERP von der redaktionellen oder kommerziellen Eignung.
- Nutze Kennzahlen als Kontext, nicht als Urteil oder Ergebnisgarantie.
Mache aus Mustern Hypothesen und prüfe jeden potenziellen Partner
Der geografische Vergleich dient dazu, nützliche Fragen aufzuwerfen, nicht dazu, potenzielle Partner pauschal freizugeben. Wenn bestimmte Ergebnisse nur in einer Region erscheinen, kannst du untersuchen, ob sie auf lokale Bedürfnisse, Sprache oder Kontext eingehen. Wenn mehrere Märkte Seiten eines bestimmten Typs gemeinsam haben, kannst du prüfen, ob dieses Format zu deiner Strategie passt. In beiden Fällen solltest du es als Hypothese behandeln, die unabhängig überprüft werden muss. Bevor du eine Website in einen Plan aufnimmst, prüfe, ob ihre Inhalte und ihre Zielgruppe relevant sind, ob die vorgeschlagene Zusammenarbeit den Leserinnen und Lesern einen Mehrwert bietet und ob die Bedingungen transparent sind. Handelt es sich um eine bezahlte Zusammenarbeit, kennzeichne sie als solche und verwende die für den jeweiligen Fall passenden Linkattribute. Google weist darauf hin, dass Werbe- oder gesponserte Links angemessen qualifiziert werden müssen; informiere dich in der aktuellen Dokumentation über die einschlägigen Richtlinien. Stelle die Akquise nicht als Versprechen für bessere Rankings oder mehr Traffic dar.
- Formuliere die Hypothese konkret: Welches Muster hast du beobachtet und was möchtest du überprüfen?
- Bewerte jede Website einzeln, auch wenn sie bei mehreren Standorten oder Suchanfragen erscheint.
- Prüfe Themenrelevanz, redaktionelle Qualität, Zielgruppe und Transparenz der Zusammenarbeit.
- Leite aus einem Auftreten oder einer Position keine garantierte zukünftige Sichtbarkeit ab.
- Prüfe bei bezahlten Kooperationen die geltenden Richtlinien und verwende je nach Fall die Attribute sponsored oder nofollow.
Halte Grenzen und Datum fest
Schließe die Prüfung mit einer kurzen Notiz zu ihrem Umfang ab: untersuchte Märkte, Bedingungen, Datum, erkannte Muster und noch zu überprüfende Aspekte. So kann eine andere Person nachvollziehen, wie du zu einer Schlussfolgerung gekommen bist, und die Analyse später anhand vergleichbarer Kriterien wiederholen. SERPs verändern sich. Ein Screenshot beschreibt, was zu einem bestimmten Zeitpunkt und unter bestimmten Bedingungen beobachtet wurde. Er garantiert weder, dass die Ergebnisse gleich bleiben, noch, dass alle Personen in einem Gebiet dasselbe sehen. Betrachte ihn als Ausgangspunkt für weitere Recherche und die Aktualisierung von Hypothesen, nicht als dauerhafte Karte von Chancen.
- Bewahre die Suchanfragen und Bedingungen jeder Prüfung auf.
- Vermerke, welche Schlussfolgerungen Beobachtungen und welche Hypothesen sind.
- Weise auf Einschränkungen oder Variablen hin, die du nicht kontrollieren konntest.
- Überprüfe die Ergebnisse erneut, bevor du eine Akquiseentscheidung darauf stützt.
Häufige Fragen
Warum kann sich eine SERP je nach Standort ändern?+
Der Standort ist einer der Faktoren, die Ergebnisse beeinflussen können, besonders wenn die Suchanfrage eine lokale Auslegung zulässt. Auch Sprache, Gerät, Personalisierung und Zeitpunkt der Suche können eine Rolle spielen. Deshalb sollten die Bedingungen dokumentiert und Unterschiede nicht ausschließlich der Geografie zugeschrieben werden.
Wie vergleiche ich SERPs aus zwei Märkten sinnvoll?+
Verwende dieselbe Suchanfrage und behalte Sprache, Gerät und Beobachtungsmethode nach Möglichkeit konstant. Dokumentiere den genauen Standort und das Datum. Unterscheide anschließend Gemeinsamkeiten, Änderungen in der Reihenfolge, ausschließlich an einem Standort auftretende Ergebnisse und andere Seitenelemente. Halte fest, welche Unterschiede zusätzlich überprüft werden müssen.
Ist ein Ergebnis, das weit oben erscheint, automatisch ein guter potenzieller Partner?+
Nein. Die beobachtete Position beweist weder, dass die Website für eine Zusammenarbeit geeignet ist, noch, dass diese ein bestimmtes SEO-Ergebnis erzielen wird. Prüfe Themenrelevanz, Mehrwert für die Zielgruppe, redaktionelle Qualität und Bedingungen der Zusammenarbeit unabhängig voneinander.
Wie oft sollte ich eine SERP erneut prüfen?+
Es gibt keinen allgemein gültigen Rhythmus: Er hängt davon ab, wie wichtig die Entscheidung ist und wie schnell sich der Kontext verändert. Überprüfe die Ergebnisse mindestens, bevor du eine relevante Maßnahme darauf stützt, und dokumentiere das neue Datum sowie die Bedingungen.
Quellen und Referenzen
- Google Search Essentials — Google Search Central
- Spam policies for Google web search — Google Search Central
- Qualify outbound links — Google Search Central