Vor der Freigabe eines gesponserten Artikels: praktische Prüfung der Barrierefreiheit
Eine Checkliste, um Barrieren in gesponserten Artikeln zu erkennen, Zuständigkeiten zu verteilen und die Barrierefreiheit zu prüfen, ohne sie mit SEO oder kommerzieller Transparenz zu verwechseln.

Warum Barrierefreiheit in die redaktionelle Prüfung gehört
Ein gesponserter Artikel sollte für Menschen mit unterschiedlichen Möglichkeiten, eine Seite wahrzunehmen, zu navigieren und mit ihr zu interagieren, verständlich und nutzbar sein. Eine Prüfung der Barrierefreiheit hilft, Barrieren zu erkennen, die das Lesen, Verstehen oder Verwenden von Links und Ressourcen erschweren können. Sie garantiert weder bessere Platzierungen noch mehr Traffic oder SEO-Ergebnisse: Barrierefreiheit ist ein Bestandteil redaktioneller Qualität und des Leseerlebnisses. Prüfen Sie sowohl die von der Marke bereitgestellten Inhalte als auch die Seite, auf der sie veröffentlicht werden. Ein gut aufbereiteter Text kann beispielsweise auf eine Vorlage treffen, die die Tastaturnavigation erschwert. Die redaktionelle Prüfung erkennt Probleme und ermöglicht es, sie Zuständigen zuzuweisen. Sie ersetzt jedoch weder eine umfassende Prüfung der Website noch gegebenenfalls fachkundige Beratung.
- Beziehen Sie Barrierefreiheit von der ersten Entwurfsfassung an in den Prüfablauf ein und nicht erst als letzte Kontrolle.
- Prüfen Sie Inhalte, Ressourcen und die veröffentlichte Seite: Diese Bereiche hängen zusammen, liegen aber nicht immer in der Verantwortung desselben Teams.
- Dokumentieren Sie die gefundenen Barrieren und halten Sie fest, wer sie beheben soll.

Struktur prüfen: Titel, Überschriften und Lesereihenfolge
Prüfen Sie, ob der Titel den Inhalt beschreibt und die Überschriften eine logische Hierarchie abbilden. Eine Überschrift sollte nicht allein wegen ihrer Größe oder ihres Erscheinungsbilds gewählt werden: Die veröffentlichende Stelle muss sie mit der passenden semantischen Ebene auszeichnen. Im Allgemeinen heben sich Hauptabschnitte von Unterabschnitten ab; Ebenen werden nicht ohne Grund übersprungen. Die Gliederung sollte den Aufbau des Artikels auch dann verständlich machen, wenn man von Überschrift zu Überschrift navigiert. Lesen Sie den Inhalt außerdem in der Reihenfolge, in der er präsentiert wird. Prüfen Sie bei Infokästen, Zitaten, Anmerkungen oder eingebetteten Elementen, ob sie den Gedankengang unterbrechen oder wichtige Informationen verdecken. Das Redaktionsteam kann meist den Text und die Hierarchie korrigieren; das zuständige Website-Team sollte prüfen, wie das Content-Management-System und die Vorlage daraus eine tatsächliche Seite machen.
- Verwenden Sie aussagekräftige Überschriften, die den Inhalt des jeweiligen Abschnitts vorwegnehmen.
- Prüfen Sie, ob die Hierarchie die Struktur widerspiegelt und nicht nur der visuellen Formatierung dient.
- Kontrollieren Sie die Lesereihenfolge von Einleitungen, Infokästen, Anmerkungen und Handlungsaufforderungen.

Links und Handlungsaufforderungen prüfen
Der Text eines Links sollte Hinweise auf sein Ziel oder seinen Zweck geben. Einzelne Formulierungen wie „Hier klicken“ oder „Mehr erfahren“ können unklar sein, wenn sie aus dem Kontext herausgelöst werden, besonders wenn sie sich wiederholen. Besser ist es, das Ziel oder die Aktion knapp zu beschreiben. Führt ein Link zu einem Formular, einer Detailseite oder einer bestimmten Ressource, sollte der Linktext dies vorwegnehmen. Testen Sie auch die Tastaturnavigation. Links und Bedienelemente sollten erreichbar sein, einer verständlichen Reihenfolge folgen und es sollte visuell erkennbar sein, welches Element gerade den Fokus hat. Wenn eine Handlungsaufforderung von einer Schaltfläche oder einer Komponente der Vorlage abhängt, sollte das zuständige Website-Team ihre Funktionsweise prüfen. Die Marke kann den vorgeschlagenen Text korrigieren.
- Lesen Sie die Links der Reihe nach ohne den umgebenden Absatz und prüfen Sie, ob sie weiterhin verständlich sind.
- Verwenden Sie für unterschiedliche Ziele nicht dieselbe Beschriftung, sofern der Kontext sie nicht eindeutig unterscheidet.
- Prüfen Sie mit der Tastatur, ob Bedienelemente erreichbar sind, die Navigationsreihenfolge nachvollziehbar ist und der Fokus sichtbar bleibt.
Bilder, Grafiken und visuelle Ressourcen bewerten
Für jedes Bild sollte redaktionell entschieden werden, welche Textalternative erforderlich ist. Wenn ein Bild Informationen vermittelt, sollte der Alternativtext diese im Kontext des Artikels kurz und passend wiedergeben. Es ist nicht nötig, jedes visuelle Detail zu beschreiben oder im Alt-Text zu wiederholen, was bereits im umgebenden Text steht. Ist ein Bild dekorativ und enthält es keine zusätzlichen Informationen, sollte es als solches behandelt werden, damit es beim assistierten Lesen nicht stört. Bei Grafiken, Diagrammen und Infografiken reicht ein allgemeiner Satz meist nicht aus. Stellen Sie wichtige Daten oder Schlussfolgerungen im Artikeltext bereit oder bieten Sie eine gleichwertige barrierefreie Alternative an. Wird Text innerhalb eines Bildes verwendet, prüfen Sie, ob die wesentlichen Informationen auch als auswählbarer und lesbarer Text verfügbar sind.
- Fragen Sie, welche Informationen jedes Bild vermittelt, und entscheiden Sie, ob es eine Textalternative benötigt oder dekorativ ist.
- Vermeiden Sie nichtssagende Alt-Texte, Dateinamen, gehäufte Schlüsselwörter und unnötig lange Beschreibungen.
- Ergänzen Sie komplexe Grafiken durch eine textliche Erläuterung der relevanten Daten oder Schlussfolgerungen.
Audio und Video prüfen
Enthält der Artikel ein Video mit Dialog oder relevanten Toninformationen, prüfen Sie, ob es synchronisierte und genaue Untertitel gibt. Sie sollten das Gesprochene wiedergeben und, wenn es für das Verständnis der Szene nötig ist, auch bedeutsame Geräusche. Automatisch erzeugte Untertitel können als Entwurf dienen, sollten aber auf Namen, Fachbegriffe und Zeichensetzung geprüft werden. Ein Transkript kann dabei helfen, den Inhalt nachzuvollziehen, und sollte auch relevante Informationen enthalten, die nicht in Worten ausgedrückt werden. Stellen Sie für Audio ohne Video ein geeignetes Transkript bereit. Prüfen Sie außerdem die Bedienelemente: Sie sollten verständlich beschriftet und mit der Tastatur nutzbar sein. Wird der Inhalt von einem Drittanbieter eingebettet, muss das zuständige Website-Team möglicherweise Probleme mit der Integration beheben, auch wenn die Marke dafür verantwortlich ist, barrierefreie Dateien und Texte bereitzustellen.
- Prüfen Sie Synchronisierung, Genauigkeit und Lesbarkeit der Untertitel.
- Fügen Sie ein Transkript hinzu, wenn das Format es erfordert, und stellen Sie sicher, dass es alle wesentlichen Informationen abdeckt.
- Testen Sie die Wiedergabesteuerung mit der Tastatur und prüfen Sie, ob ihr Zweck verständlich ist.
Zuständigkeiten zwischen Marke und veröffentlichender Stelle abstimmen
Marke und veröffentlichende Stelle kontrollieren oft unterschiedliche Teile des Nutzungserlebnisses. Wenn die Zuständigkeiten vor der Übergabe des Artikels vereinbart werden, bleiben Probleme seltener ungelöst. Die Marke kann die inhaltliche Richtigkeit prüfen, vorgeschlagene Alternativtexte bereitstellen, Videos mit Untertiteln liefern und klare Handlungsaufforderungen formulieren. Die veröffentlichende Stelle kontrolliert die Seitengestaltung, die tatsächlich umgesetzte Überschriftenhierarchie, das Verhalten der Vorlage und die Einbindung externer Ressourcen. Die konkrete Aufteilung hängt von der Vereinbarung und davon ab, wer die einzelnen Elemente ändern kann. Hat eine Partei keinen Zugriff auf die Vorlage, sollte sie nicht aufgefordert werden, Komponenten der Website zu korrigieren. Stattdessen sollte sie das Problem dokumentieren und an die zuständige Stelle weiterleiten. Eine einfache Tabelle mit Element, Problem, zuständiger Person und Status ermöglicht die Nachverfolgung, ohne anzunehmen, dass eine Partei die gesamte Seite kontrolliert.
- Marke: Text prüfen und Ressourcen sowie Textalternativen mit ausreichend Kontext bereitstellen.
- Veröffentlichende Stelle: die umgesetzte Struktur, die Vorlage, die Bedienelemente und die Seitennavigation prüfen.
- Beide Parteien: vereinbaren, wer die Korrekturen freigibt und wer das veröffentlichte Ergebnis prüft.
Vor der Veröffentlichung eine Checkliste verwenden und das Ergebnis prüfen
Am hilfreichsten ist eine Prüfung, die redaktionelles Lesen mit einfachen Nutzungstests verbindet. Gehen Sie den Artikel vor der Veröffentlichung anhand der folgenden Liste durch und weisen Sie jedes Problem der Stelle zu, die es beheben kann. Öffnen Sie anschließend die veröffentlichte URL und prüfen Sie, ob die Seitengestaltung Überschriften, Links, Alternativen oder Bedienelemente verändert hat. Manuelle Prüfungen helfen, praktische Probleme zu erkennen, bestätigen für sich allein aber nicht, dass eine Seite alle Anforderungen an die Barrierefreiheit erfüllt.
- Titel und Überschriften: Sie beschreiben den Inhalt und behalten eine logische Hierarchie bei.
- Lesen und Navigation: Die Reihenfolge ist nachvollziehbar; Links und Bedienelemente sind mit der Tastatur erreichbar.
- Links: Ihre Beschriftungen geben Ziel oder Zweck an, auch wenn sie isoliert gelesen werden.
- Bilder und Grafiken: Sie haben eine passende Textalternative oder eine gleichwertige Alternative ist verfügbar.
- Audio und Video: Wo erforderlich, gibt es Untertitel oder ein Transkript; die Bedienelemente sind nutzbar.
- Zuständigkeiten: Für jede Korrektur sind eine Person oder ein Team sowie ein Status für die Nachverfolgung festgelegt.
- Veröffentlichung: Die endgültige URL wird auf der tatsächlichen Seite geprüft und Probleme, die durch die Vorlage entstanden sind, werden behoben.
Häufige Fragen
Verbessert die Barrierefreiheit eines gesponserten Artikels sein Ranking?+
Barrierefreiheit erleichtert es mehr Menschen, Inhalte wahrzunehmen, zu verstehen und zu nutzen, garantiert aber weder bessere Platzierungen noch mehr Traffic oder SEO-Ergebnisse. Sie sollte als Bestandteil von Qualität und Nutzererlebnis betrachtet werden, nicht als Ranking-Versprechen.
Wer sollte Probleme mit der Barrierefreiheit beheben?+
Das hängt davon ab, wer das jeweilige Element kontrolliert. Die Marke kann Inhalte korrigieren und barrierefreie Ressourcen bereitstellen; die veröffentlichende Stelle kontrolliert meist die Vorlage, die Seitengestaltung und die Navigationskomponenten. Am besten wird jedes Problem der Stelle zugewiesen, die es beheben kann, und das veröffentlichte Ergebnis wird anschließend geprüft.
Sollte der Alternativtext Schlüsselwörter enthalten?+
Ein Schlüsselwort sollte nicht automatisch hinzugefügt werden. Der Alternativtext sollte die relevanten Informationen des Bildes im jeweiligen Kontext vermitteln. Ist das Bild dekorativ, braucht es keine Beschreibung, die beim Lesen ablenkt.
Ersetzt das Attribut sponsored den Hinweis, dass ein Artikel gesponsert ist?+
Nein. Die kommerzielle Transparenz muss für die Menschen, die den Artikel lesen, verständlich sein. Linkattribute und redaktionelle Hinweise erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Wann werden die Attribute sponsored oder nofollow verwendet?+
Google sieht rel="sponsored" vor, um Links zu kennzeichnen, die Teil von Werbung oder Sponsoring sind. Je nach Fall kann auch rel="nofollow" infrage kommen. Die Wahl hängt von der Art des Links ab; diese Attribute ersetzen weder die Transparenz bei gesponserten Inhalten noch garantieren sie SEO-Ergebnisse.
Quellen und Referenzen
- Google Search Essentials — Google Search Central
- Spam policies for Google web search — Google Search Central
- Qualify outbound links — Google Search Central